Teil eines Werkes 
1. Bd. (1865)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Volk freilich, was ſollte, was konnte da geſchehen? Es verlangte ja ſelbſt nicht mehr, als was es beſaß und was ihm Niemand rauben konnte. Die Anweſenheit des Königs kam ihm aber auch zu gute, ſie befriedigte ſeine Schauluſt, und manche Spende fiel doch für die Straßenariſtokratie ab, wie ein Witzbold die Lazzaroni genannt hatte, da ſie wirklich eine Macht in Neapel ſind.

Im Sommer waren Siegesnachrichten vom Heere des Kaiſers aus Deutſchland eingetroffen, bald darauf aber hatte König Joachim ſich zur Abreiſe dahin vorbe⸗ reitet. Daß er von ſeinem kaiſerlichen Schwager, wel⸗ cher Mißtrauen gegen ihn hegte, dazu aufgefordert wor⸗ den war, wußte man nicht, man ſah in der Abreiſe, welche nun ſchneller erfolgte, als man erwartet hatte, einen freien Entſchluß; der thatendurſtige Krieger, deſſen Lebenselement der Kampf war, hatte es doch nicht er⸗ tragen können, fern zu bleiben, wo ſeine alten Waffen⸗ gefährten neue Lorbeeren pflückten. Und zu einer Zeit, wo der Kaiſer Napoleon ſeine Feinde ſiegreich zurück⸗ warf und in Neapel ein feſtes, wohlgeſichertes Regiment waltete, nirgends eine Gährung ſich zeigte, konnte der König Ferdinand hoffen, bald wieder in ſeine verlorene Hauptſtadt einzuziehen?

Aber Trenta Capilli hatte das geſagt, und ſo mußte es doch wohl einigen Grund haben.