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„Ich lüge nicht“, verſetzte der Gondolier kurz und finſter.
„Der Principe Don Hettore ſollte ſeine Tochter einem Fremden, einem Deutſchen im Solde Murat's zur Frau gegeben haben?“ rief Trenta Capilli.„Er, der im Herzen treu und lauter wie Gold war?“
„Es iſt ſo, wie ich ſage“, erwiderte der Gondolier.
Eine Weile blickte der Andere ſtumm vor ſich hin dann fragte er:„Weshalb ſuchteſt Du mich auf?“
„Um Euch wiederzuſehen, Capitano, um Euch zu war⸗ nen, um mit Euch zu gehen, wenn Ihr mich haben wollt!“
„Still!“ unterbrach ihn der ehemalige Banden⸗ führer.„Das kann nicht ſein. Doch wird die Zeit vielleicht kommen.“ Er blickte wieder auf das Meer hinaus und ſtand jetzt auf.„Geh Deines Weges zu⸗ rück zur Villa und ſage Niemand, ſelbſt unſerm beſten Freunde nicht, daß Du mich geſehen haſt. Ich verlaſſe dieſen Strand in der nächſten Minute. Geh fort und blicke Dich nicht mehr nach mir um.“
„Wo kommt Ihr her? Wo geht Ihr jetzt hin? Wollt Ihr den armen Mas' Antonio nicht mit Euch nehmen?“
„Nein, Tommaſo!“ erwiderte Trenta Capilli.„Ich kehre nach Sicilien zu unſerem Könige zurück, der viel⸗ leicht bald, bald wieder ſeinen Einzug in Neapel halten wird. Frage nicht. Es iſt nicht Zeit, Dir zu antwor⸗
Bernd von Guſeck: König Murat's Ende. 1. 2
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