Teil eines Werkes 
3. Bd. (1868)
Entstehung
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ſein werde, und bat ſeinerſeits, dem Fräulein von Rett⸗ leben ſeinen Abſchiedsgruß zu beſtellen. Er konnte das, weil es allgemein bekannt geworden war, daß er ſie ſchon ſeit ihrer Kindheit kannte.

Ihn zog es zunächſt nach dem Süden Deutſchlands, wo ſich die Kirchenfrage jetzt entſcheiden mußte, nicht auf dem Concil, das ſich vom deutſchen Boden nach Italien gezogen hatte, ſondern auf dem Reichstage, den der Kaiſer jedenfalls ausſchreiben mußte. Günther wußte nicht, daß es bereits von Bamberg aus ge⸗ ſchehen war und zwar nach Augsburg. Er ritt über den Wald nach Franken, ohne ſich irgendwo aufzuhal⸗ ten. Nachdem er Gosmar's Tod erfahren hatte, war er der Nachfrage in der Hütte der alten Anne über⸗ hoben. Mutter Anne erwartete ihn immer noch; ſie glaubte, daß er vielleicht von dem Täſchlein wiſſe, das ſie für ihn in Verwahrung hatte; vielleicht erfuhr ſie unterdeſſen, wo er im Lande zu finden ſei, und wenn ihr das nicht gelang, ſo wollte ſie ein ganzes Jahr auf ihn warten; kam er dann nicht, ſo ſollte die Gräfin von Rudolſtadt das Pfand in weitere Ver⸗ wahrung nehmen.

Günther hörte auf ſeinem Wege, den vor ihm auch das Heer des Kaiſers genommen hatte, noch genug was ſeinen Entſchluß, daſſelbe zu verlaſſen, rechtfertigte.