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5 chen die Bundeshäupter mit ihrem Abſagebriefe damals in das kaiſerliche Lager vor Ingolſtadt geſandt hatten. Sein Herr, der Landgraf, hatte ihn wiederum mit einer wichtigen Sendung betraut, indem er den Kurfür⸗ ſten warnen ſollte. Es war natürlich, daß der Jüng⸗ ling bedachte, wie verhängnißvoll ſich die ganze Lage der Dinge verändert hatte; was er im Lager vor Mei⸗ ßen wahrgenommen, konnte ihm keine Hoffnung mehr laſſen. Er rief jetzt den Diener, der ihm in ſchicklicher Entfernung folgte, an ſeine Seite, und als beide weit ausſchauend ſich überzeugt hatten, daß keine Gefahr zu bemerken war, begann Schenk:„Wir werden alle un⸗ ſern Frieden mit dem Kaiſer machen müſſen, ehe es zu ſpät wird. Noch ſind wir ſtark, noch haben wir keine Schlacht verloren. Wenn aber der Sachſe durch⸗ aus ſchlagen will, ſo mag er zuſehen, daß er ſiegt, ſonſt geht Alles zu Grunde. Auf ſeine Leute kann er ſich nicht verlaſſen. Die Reiter ſchreien nach Sold, der ſchon lange ausgeblieben iſt, die Lehnsleute wollen nach Hauſe, um ihre Frauen und Töchter vor den Spaniern und Huſaren zu retten. Sieh dort! Blitzte es dort nicht im Grünen?“
„Ich habe nichts geſehen, Junker Schenk“, beruhigte ihn der Diener.„Unſer Herr ſchließt am Ende Frieden auf eigene Hand, wenn der Kurfürſt nicht will. Er


