Teil eines Werkes 
2. Bd. (1868)
Entstehung
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um des Wortes Gottes und der Freiheit des Vaterlandes willen zu ſterben, als in Schande und Verleugnung der Wahrheit zu leben. Das hatte männlich gelautet, aber bei den Kaufherren, die nur für das Ihrige zagten, wenig Anklang gefunden. Anton Fugger war auf ſeine eigene Hand zum Kaiſer gereiſt und mit billigen Bedingungen wiedergekommen; nur ihren Oberſten Schärtlin ſollten ſie entfernen, eine kleine Beſatzung aufnehmen, eine geringe Geldſumme zahlen, um Ver⸗ gebung bitten und neue Huldigung leiſten, ſonſt aber bei ihrer Religion bleiben. Im Rath, wo das kauf⸗ männiſche Intereſſe überwog, war man gleich damit einverſtanden geweſen und hatte nur Beſorgniß, wohl auch einige Schum vor Schärtlin gefühlt; man hatte ihn zu überreden geſucht, daß er nur des Scheins wegen auf vierzehn Tage nach der Schweiz gehen ſolle, und als er darauf beſtanden, nur mit Vorwiſſen der Ge⸗ meinde und des Kriegsvolks, aber nicht heimlich mit Schimpf und Hohn die Stadt zu verlaſſen, hatten ihn die Herren mit weinenden Augen gebeten,da er immer ſo treu und ritterlich an ihnen gehandelt, ſolle er ſie und gemeine Stadt ſammt ſo vielen Weibern und Kindern nicht alſo in Sterben und Verderben führen; ſie erkennten, daß die Stadt in ſeiner Hand ſtünde, er möge ihnen Krieg oder Frieden bringen, doch bäten ſie