ſo
197 blieb alſo, wenn die Bundesgenoſſen nur feſt ſtanden, noch viel zu thun, um erſt Oberdeutſchland zu bezwingen. Unterdeſſen konnten Sachſen und Heſſen den abtrünnigen Herzog Moritz niederwerfen und den Böhmen, wo der althuſſitiſche Geiſt ſich bis zur Empörung gegen ihren König Ferdinand regte, der erſt ſeit zwanzig Jahren die Krone der Czechen erworben, die Hand zum gemein⸗ ſamen Widerſtande reichen. So hatte Aquila hoffnungs⸗ voll geſchrieben. Aber Katharina ſah nicht ſo vertrauend in die Zukunft. Was der Schmalkaldiſche Bund bisher gethan und was er verſäumt hatte, gab keine Hoffnung zu einem Aufſchwung ſeiner Thatkraft. Es konnten ſchwere Zeiten kommen, die nur das Vertrauen zu Gott ruhig erwarten half. Als Katharina ſich endlich ſpät in der Nacht zur Ruhe begab, geſtärkt durch die heilige Bibel, in welcher ſie heute lange geleſen, kehrte ihr Geiſt vom Allgemeinen auch zu den Gedanken zurück, welche ihr Herz zunächſt berührten. Sie dachte an ihre Kinder, an die lieben Verwandten in Arnſtadt, die um den fernen Gatten und Vater weinten, ſie muſterte im Geiſte ihre Freunde und Getreuen, auf welche ſie unter allen Verhältniſſen rechnen konnte, ſie ſann auf Mittel, ihren Unterthanen die Leiden der Zeit fern zu halten, und als ihr die Gedanken ſchon im Entſchlummern durcheinander floſſen, ſchwebten ihr


