Teil eines Werkes 
1. Bd. (1868)
Entstehung
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antwortete Aquila ſtreng,als daß ein öffentlich Aergerniß für die ganze Kirche entſteht! Und iſt die Schande denn von ihr genommen? Iſt ſie nicht doch die unrechtmäßige Frau? Ja, Freund, das bleibt ſie, wenn auch die Stifter unſerer Kirche nicht auf ihrem Widerſpruch unerſchütterlich beſtanden. Ich habe das Schreiben geleſen, das ſie dem Landgrafen durch ſeinen Unterhändler unſern Bucer, Valentin, Sickingen's Schützling! auf ſeine mit Gründen des alten und neuen Teſtaments gewappnete Bittſchrift geſchickt haben. Eine Bittſchrift, ja! Er verlangte von ihnen ein Zeugniß, daß das, was er thue, nicht un⸗ erlaubt und, obwohl er es vielleicht zur Vermeidung des Aergerniſſes heimlich thun ſollte, doch nicht wider Gott ſei, daß ſie daſſelbe für eine rechtmäßige Ehe halten und auf Wege denken möchten, wie die Perſon, die er heirathen wolle, bei Ehren zu erhalten ſei. Das haben ſie ihm Alles widerlegt, haben ihm dringend um ſeines eigenen Wohls und um des Evangeliums willen abgerathen; wenn er aber dennoch, gegen ihren Rath und ihre Billigung, ein zweites Weib nehme, ſo müſſe es im Wege der Dispenſation und heimlich geſchehen, ſodaß die Sache außer ihm und der gewählten Perſon nur wenigen Zeugen unter dem Siegel der Beichte bekannt werde.

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