Teil eines Werkes 
1. Bd. (1868)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

198

Er fühlte, daß er nicht Herr ſeiner ſelbſt geweſen war, im raſchen Umſchwung regte ſich plötzlich wieder der Zweifel in ihm. Konnte er ſchon triumphiren? Draußen ging die Sonne unter, und wenn eine leib⸗ liche Schlange, im Geklüft zertreten, bis dahin gezuckt und ſich gewunden hat, dann ſtirbt ſie wohl bei Sonnen⸗ untergang und ſtirbt, um ſich nie wieder aufzubäumen. Iſt es auch ſo mit der Schlange im Herzen? War es ihm nicht in dieſem Moment, als habe er ſich zu viel gerühmt und als fühle er, daß ſie ſich doch noch rege und wieder erſtarken könne?

„Ich will Dir ſagen, Mutter Anne, wie ich die Gräfin gefunden habe“ ſprach er in haſtigem Ueber⸗ gange zu einer Redeweiſe, die ſie faſt noch mehr ver⸗ wunderte als die vorige.„Sie kam im Hain mit einem Eurer ketzeriſchen Pfaffen ſpaziert, ich trat ſie an und ſie erkannte mich wieder, ſie ſprach wie eine Mutter

zu einem verlorenen Sohne, der heimkehrt, und wollte

mir vielleicht auch ein Schaf ſchlachten laſſen, wie im Cvangelio, lud mich ein und wollte mir ihre Kinder zeigen, ich dankte ihr und ging, wie ich jetzt gehen werde. Eins nur hab' ich gewonnen dabei, daß meine Kirche, die Kirche von Paulinzelle, verſchloſſen bleibt bis auf den Tag des Herrn!“

Die erſten Worte hatte er in einem ſchneidenden