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„Ihr wißt wohl, wer dort auf ihn wartet?“ fragte ſie den Krämer.
„O ja, und Sie möchte es auch gern wiſſen, Frau Meiſterin, nicht wahr?“ erwiderte Kandel.
„Nun, ich weiß es ja ſchon!“ ſagte ſie.„Es iſt einer, der die Mutter unſeres Gaſtes gekannt hat.“
„Richtig! Der iſt ſehr weit her und hoch her! So etwa aus Tirol oder der Schweiz, wo die höchſten Berge ſtehen, mein' ich. Ein grauſam reicher Menſch, der zu ſeinem Vergnügen zu Fuß geht und dabei Kundſchaft ſucht für den Kaiſer. Ich hab' ihn ein⸗ mal in Augsburg geſehen, da ritt er einen Hengſt mit einer langen geſtickten Decke und einem gelben Federbuſch auf dem Kopfe, den Hengſt meine ich. Es war ein kohlſchwarzer Rappe, ſo ſchwarz wie ſein Reiter.“
„Reich iſt er, das glaub' ich ſchon!“ ſagte Frau Brecht.„Er hat mir auch ein ſchönes rothes Kreuz⸗ chen geſchenkt.“
„Ein Kreuz! Nehme Sie ſich in Acht, er will Sie verführen!“
„Ach“, ſagte die Meiſterin halb lachend,„ſchäm' Er ſich doch!“
„Ich meine, zum alten papiſtiſchen Glauben! Was denkt Sie! Ein Kreuz alſo! Nicht auch ein paar


