Teil eines Werkes 
2. Theil (1862)
Entstehung
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verlor und durch Erika beſchämt wurde, welche dem Bruder mit Zärtlichkeit entgegeneilte, als habe ſie gar keine Augen für ſein entſtelltes Geſicht. Es war aber nur ein ſchwacher Moment bei Frau Ebba, der ſchnell vorüber ging und ſie wog ihn auf durch die innigſte Begrüßung; als dann der Vater kam und Karl ſelbſt herzhaft über ſein Ausſehen ſprach, ja ſcherzen konnte, da war, wenigſtens für den Augenblick, das Schwerſte überwunden, wenn auch noch im Stillen manche Thräne darum floß.

Mehr Kummer machte ihr jedoch, daß all die ſchönen Pläne zerronnen, welche die Eltern bereits für die Zukunft gefaßt hatten. Karl erklärte, daß er ſeinem ſterbenden Herrn verſprochen habe, dem jungen Könige treu zu dienen, ihn nimmer zu verlaſſen und ſein zar⸗ tes Alter zu behüten; er war von der Königin Mut⸗ ter zum Begleiter ihres Sohnes ernannt, deſſen Gou⸗ verneur der Reichsrath Horn geworden war. Mit Freuden hatte Karl Guſtav Krockow dieſen ehrenvollen Dienſt angetreten und nur einen kurzen Urlaub in die Heimath genommen, um ſeine Eltern wieder zu ſehen und ihnen ſeine neue Lebensſtellung mitzutheilen. Die Mutter war traurig darüber, der Vater hingegen, der ſeines königlichen Feldherrn Gedächtniß ehrte, konnte nur mit dem Sohne einverſtanden ſein.