Teil eines Werkes 
4. Bd. (1860)
Entstehung
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die Vergänglichkeit, es ſtellt dann gern eine Rückſchau an in die Vergangenheit, und über wie viele Gräber ſchöner Hoffnungen hinweg ſchweift dann der Blick bis in die längſt entſchwundenen Tage, wo Alles nur ſchimmernde, reich blühende Gegenwart war! Wohl dem, welcher dann getroſt ſein Auge auch vorwärts richten kann auf den un⸗ bekannten Tag, der ſeine Erdenzukunft beſchließen wird, getroſt in dem Bewußtſein, recht gehandelt und auf den Wegen des Herrn gegangen zu ſein!

Viele mochten an dem trüben Novembertage, der ſich nr um Mittag ein wenig erhellt hatte, in den Mauern der Kaiſerſtadt an der Donau von tief ernſten Gedanken heimgeſucht worden ſein, aber Keiner vielleicht mehr, als der greiſe Herrſcher ſelbſt. Kaiſer Leopold ſtand einſam in ſeinem Zimmer der Burg und ſchaute mit ſchweren Betrachtungen beſchäftigt durch die Fenſterſchei⸗ ben hinab auf ſeine treue Stadt; ſein geiſtiges Auge um⸗ faßte aber in dieſem Momente mehr, als ſein Blick unten erſchauen konnte, es richtete ſich hinaus auf ſein ganzes geliebtes Volk, dem wiederum die furchtbarſten Prüfun⸗ gen bevorſtanden. Wie lebendig war in ſeiner Bruſt der Wunſch, ſie ihm zu erſparen! Der fromme Monarch, in deſſen Character der Grundzug Güte und Friedens⸗ liebe war, hatte ſich während ſeiner langen Regierung in immer neue Kriege verwickelt geſehen, welche unſägliche