Cronberg ſah verdrießlich auf ſeinen Teller, als ihm die Suppe vorgelegt wurde.„Was iſt das?“ fragte er.
„Franzöſiſche Suppe, hochgräfliche Gnaden, mit Gemüſe und Hühnerbrüſten,“ erwiederte der Diener er⸗ ſtaunt.
Der Graf nahm ein Paar Löffel.„Veit, mir ſchmeckt ſie heut' nicht,“ ſagte er.„Nimm ſie ab— gib weiter.“
Veit gehorchte ſchweigend. Als aber auch von dem ſaftigen Fleiſchgerichte, das nun folgte, der Graf nur wenige Biſſen nahm und wiederum mäckelte, hielt er ſei⸗ nen Herrn für krank und wagte es, den Koch zu entſchul⸗ digen.
„Haſt Recht!“ ſagte der Graf.„Ich bin zwar nicht krank, aber man hat mir den Appetit verdorben. Schenk' ein, Veit. Ich will heut' einmal verſuchen, ob der Wein wirklich ein Sorgenbrecher iſt.“
Der Wein bewährte an ihm wirklich ſeine Kraft, die Sorgen, welche er ſich um die ihm zugedachte Ehre mit ihren Folgen machte, zerſtreuten ſich; er ſah die Sache bald in einem beſſern Lichte an und gewann Muth; ſogar die Neugier regte ſich, welchen Popanz man aus ihm machen und welche alte Donna ihm ge⸗
ſellen werde, denn eine junge Dame war ihm wohl nim⸗
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