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guter Herkunft wegen ihrer Umſicht und Brauchbarkeit ſo allgemein empfohlen—
„Meine arme Cajetana!“ lächelte Gräfin auf. „Aber das wir ſich finden!“
Auf einmal ſpannten ſich ihre Züge, eine Glut flammte über ihre Wangen, ihr Auge blickte ſtarr auf die Schrift. Es war nicht von der Stelle einer Hofdame oder eines Kammerfräuleins die Rede, welche eben offen war, wie die Gräfin Francesca wohl wußte, ſondern die Oberſt⸗ hofmeiſterin ſchrieb von der einer Kammerdienerin— zu welcher allerdings auch junge Damen des niedern Adels genommen wurden. Und als ſie dann weiter las, wie die Gräfin Caraffa wohl zu wiſſen erklärte, daß die Perſon, welche anjetzo als Geſellſchafterin bei der Frau Gräfin von Königsegg diene, von unſchönem Exterieur, ja ein wenig difform und verwachſen ſei, darauf aber bei ihren ſonſtigen Tugenden und Meriten keinen Werth lege, ſo bedurfte es kaum der ausdrücklichen Nennung des Na⸗ mens, daß nicht Cajetana, ſondern Anna von Riedau gemeint ſei, welcher die Ehre zu Theil werden ſolle, am Hofe angeſtellt zu werden, wenn auch in einer untergeordneten Sphäre, wohin der Blick der Majeſtät wohl niemals drang.
Mit einem zornigen Lachen warf die Gräfin Frances⸗ ea den Brief auf den Tiſch. Dieſe Bosheit hatte ſie nicht erwartet— ſie war für den Angenblick wehrlos dagegen.
. Ende des zweiten Bandes.


