Teil eines Werkes 
2. Bd. (1860)
Entstehung
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zu erholen, damit ſie bei der Abendtafel, zu welcher Max eingeladen war, nicht allzu angegriffen erſcheine.

Riedau ſtellte ſich pünktlich zu ſchicklicher Stunde ein; er hatte bei dem abſcheulichen Wetter, das ſich immer mehr verſchlimmerte, unterwegs einen wahren Kampf mit den Elementen beſtanden und ſich in Gumpendorf erſt wieder in anſtändigen Zuſtand ſetzen müſſen, ehe er das ihm bekannte, höchſt geſchmackvoll eingerichtete Zimmer betrat, in welches ihn der Diener führte. Dort blieb er noch lange allein, denn auch ſeine Schweſter, von der Gräfin entlaſſen, hatte ſich in ihr Gemach eingeſchloſſen und wäre auch, wenn ihr ſeine Anweſenheit gemeldet worden wäre, ſeinetwegen nicht zum Vorſchein gekommen. Er ſetzte ſich an den Kamin, beſchäftigte ſich damit, das praſſelnde

Feuer zu unterhalten, was er im Feldlager, bis zu einer

großen Geſchicklichkeit ſparſam, gelernt hatte, und gab ſich dabei ſeinen Gedanken hin. Es hat überhaupt einen eige⸗ nen Reiz, in das Spiel der züngelnden Flämmchen und ſprühenden Funken der rothen Kaminglut zu ſchauen; es iſt, als ob die entfeſſelten Feuergeiſter, welche dort auf⸗ lodernd und tanzend ihr Weſen treiben, das Auge un⸗ widerſtehlich feſt hielten und dabei in der Seele magiſch wirkend auch die innere Welt zu phantaſtiſchem Leben er⸗ weckten, das ſich von der Wirklichkeit völlig frei macht. Wan es die letzte Frage der Gräfin, welche Max heute in