Teil eines Werkes 
1. Bd. (1860)
Entstehung
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ſie noch weniger an; wie kommen wir dazu, ſie zu füt⸗ tern. Im Hauſe kann ich ſie nun nicht länger behalten.

Aber, liebherzigſtes Binerl, willſt Du ſo erbar⸗ menlos handeln? Was muß ſie von uns denken? Erſt können wir ihr nicht Ehre und Liebe genug anthun, und jetzt auf einmal, blos weil ſie arm und unglücklich iſt, wollen wir ſie verſtoßen! Das kann uns keinen Segen bringen!

Mach' Dir deshalb keine Gedanken! Ich thue, was ich muß, und das ſo bald als möglich. Man ſoll keine Sache hinſchleppen. Wenn wir aus der Meſſe kom⸗ men, wird Alles auf's Reine gebracht.

Es war das Erſtemal, daß Cajetana nach dem Schlage des Schickſals, der ſie getroffen hatte, die heilige Stätte betrat. Sie hatte bisher noch nicht vermocht, ſich fremden Augen zu zeigen. Mit welchen Gefühlen über⸗ ſchritt ſie die Stufen der Schwelle, wie zitterte ihre Hand, als ſie Weihwaſſer nahm und ſich mit dem Zeichen des Heils bekreuzte, wie zerknirſcht neigte ſie ſich gegen den Altar! Die Augen unter dem ſchwarzen Schleier zu Bo⸗ den geſenkt, folgte ſie mit unſicherem Schritt ihren Pfle⸗ gern nach ihrem Betſtuhle, wo ſie knieend das Haupt in ſtummem, inbrünſtigem Flehen vor dem Herrn demü⸗ thigte, der ihr ſo Schweres auferlegt hatte.

Und Er verſagte ihr Seinen Troſt nicht. Mehr und