gegen die vollendet ſichere Reitkunſt ſeines Herrn ver⸗ gebens geweſen, wenn nicht fremde Hülfe dazwiſchen ge⸗ kommen wäre. Das edle Thier hob ſich ſchon, zum Ge⸗ horſam gebracht, um in das trübgefärbte Gewäſſer, das hier ſo glatt floß, während es in der Mitte brauſende Strudel trieb, mit einem verzweifelten Sprunge hinein zu ſetzen, als ein lauter Schrei und mit ihm zugleich von einer zweiten Stimme ein Zuruf in unmittelbarer Nähe erſcholl. Wie aus der Erde gewachſen ſprang ein Mann, den der Reiter vorhin nicht bemerkt hatte, empor, eine Hand— nicht die ſeine, ſondern eines Mädchens Hand!— hatte ſchon den Zügel des Pferdes, das ſich eben hob, ergriffen und es mit einer Kraft, die man im Frauenarme nimmer geſucht hätte, zur Seite geriſſen.—„Hier iſt's haustief!“ ſchrie der Mann— und das Mädchen, von dem Roſſe hinweggeſchleudert, ſank zur Erde.
Mit zornigem Blick hatte der Reiter ſich auf dieſe Weiſe gehemmt geſehen, aber er hörte auch, ehe er ſei⸗ nem Unwillen Worte geben konnte, des Mannes eifrige Erklärung, daß hier ein ſenkrechter Abſturz ſei, eine Keſſelgrube, welche das Hochwaſſer heute nur gefüllt habe, und daß es ja gar nicht nöthig wäre, hier quer durch zu reiten, da der Grund gleich eine Krümmung mache und er ihn auf zweihundert Schritt nur zu umreiten brau⸗ che, wenn er zum Halali wolle— ſonſt, wolle er durchaus


