Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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226 Stoppeln. Aber es war eine geſegnete Ernte ge⸗ weſen, die Scheunen vermochten den Reichthum nicht zu faſſen und überall ſtanden hochgethürmte Getreide⸗ haufen, Miethen, Fehme, oder wie ſie provinziell genannt werden, im Freien. Das ſchöne Wetter, das die Ernte begünſtigt hatte, währte fort in den September hinein; Tag für Tag blitzte jeden Mor⸗ gen reichlicher Thau aufallen Halmen und Blättern, die Sonne ging ſtrahlend auf und zog ihren flacher werdenden Bogen am kryſtallklaren Himmel, bis ſie im Niedergang die prachtvollſte Abendröthe hinterließ, deren farbige Lichter erſt ſpät erloſchen.

An einem ſolchen Tage war es, als längs der Oder, wo ſie im weiten, hie und da verſandeten Bette zwiſchen Weiden ihren Lauf durch mehrere Arme bezeichnet, ein Wäglein, landesüblich mit einer Decke von Leinwand überſpannt, langſam dahinfuhr. Zwei Perſonen ſaßen darin, kein Knecht, der Herr fuhr ſelbſt, und hinter ihm ſchaute eine Frau mit auf⸗ merkſamen, aber nicht freudigen Blicken über die Fel⸗ der hinaus

„Von hier konnte man den Schloßthurm ſonſt ſchon ſehen,“ ſagte ſie mit einem Seufzer.

„Gib Dich d'rein, Wanda,“ erwiederte ihr Be⸗ gleiter—„Es iſt nicht zu ändern.“