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manchen unvorſichtigen Aeußerungen des geſprächigen Goldſchmieds entnommen hatte, daß allerdings über Fiorina etwas beſchloſſen geweſen, welches nur auf Hinderniſſe geſtoßen ſei, ſonſt aber allen Parteien großen Vortheil gebracht hätte. Damals hatte er den Muth nicht gehabt, zu erzählen, was er unab⸗ ſichtlich vor Padua belauſcht Geſpräch zwiſchen Fabian von Schlabrendor dem andern, der ihm ein Unterhändler geſchienen jetzt würde er vielleicht jenen Muth gefunden haben, wenn er nicht durch den immer ſtrengern Blick Filippo's in ſeine Schranken gebannt worden wäre. Er bat daher den Goldſchmied nur, ihm über die jetzige Lage der Ver⸗ hältniſſe in Italien, die ihm noch durchaus unbe⸗ kannt ſei, einen klaren Aufſchluß zu geben, damit er ſeinen Entſchluß faſſen könne
„O da werdet Ihr nicht lange zweifelhaft ſein,“ rief Meiſter Andrea.„Auf der einen Seite der Kö⸗ nig von Frankreich und einige abtrünnige Fürſten Italiens, auf der andern Seite die heilige Liga, welche das Oberhaupt der Chriſtenheit mit unſerer Republik Venedig und Spanien geſchloſſen hat, der auch der Kaiſer und der König von England beitritt—“
„Der Kaiſer?“ entgegnete Bernhard überraſcht.
„Ganz gewiß!“ beſtätigte der Goldſchmied„Wenn 1857. VII. Heimath und Ferne I. 2


