ling, weil ſie allein von all ſeinen Enkeln eine Waiſe wat; um beide her ſaß die Familie des Hauſes: der Herr desſelben, des Greiſes jüngſter, jetzt ſein einziger Sohn, ein Mann auch ſchon von ſechszig
Jahren, ſeine Gattin, wohl fünfzehn Jahre jünger
als er, wie es in guter alter Zeit noch kein Miß⸗
verhältniß war, ihre älteſte, allein noch unvermählte
Tochter und ein Sohn, der eben zum Jünglinge er— wachſen ſchien. Die Abendſonne eines freundlichen Frühlingstages warf ihre milden Lichter über die R trauliche Gruppe und verklärte die ehrwürdige Geſtalt 3† des Großvaters, wie ihn ſelbſt der eigene Sohn 3 nannte, mit einer faſt überirdiſchen Schönheit. Sein Auge ſtrahlte, ungeblendet von der Glut, die n Riedergange flammte, in dem aus dem Innern
6 einer hohen Seele ſtrömenden Glanze, während er 31 mit ſeiner Enkelin doch nur von kleinen Dingen der nächſten Gegenwart ſprach: von ihren Blumen, die 3 ſie ſorglich pflegte und die auch er beſonders liebte, 3 oder von dem Vogel, den ihr der Vetter gefangen
und geſchenkt und dem ſie heimlich glühte die Frei— heit zu geben, wenn es ihn nur nicht kränken möchte. Es war ein anziehendes Bild, dieß blühende, liebliche Kind neben dem ſchönen Greiſe zu ſehen. Wie ſchlank, doch nicht hager etwa, und wie königlich aufrechtge⸗


