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den zu machen ſchien. Der Reichszug hatte, wie Lienhard voraus Zeſehen, keinen Erfolg gehabt, ſondern nach ſchwan⸗ kendem Kriegsglück noch in demſelben Jahre zu einem Waffenſtillſtand geführt, welcher den König von Ungarn im Beſitz ſeiner Eroberungen ließ, bis ſeiner Forderungen und Ktiegskoſten Abtrag geſchehen wäre. Im Frühlinge kam chtr die Nachricht nach Oeſterreich, daß die Bürger von Brügge den römiſchen König, den ſie hinterliſtig zur Lichtmeßfeier eingeladen, in frecher Empörung gefangen hielten. Ein Schrei der Entrüſtung, den ſelbſt die An⸗ weſenheit des neuen Herrn nicht dämpfen konnte, ging durch ganz Wien. Da verließ Mancher heimlich die Stadt, um ſich zu dem Aufgebot zu geſellen, das der Kaiſer durch alle deutſchen Gauen hate ergehen laſſen. Die Schmach, welche Deutſchland in dem jungen Helden, auf den es ſtolz war. betroffen hatte, rüttelte es einmal aus ſeiner Erſchlaffung, Eilftauſend Mann zu Fuß und viertauſend Reiſige, in wunderbarer Schnelligkeit geſammelt, führte der drei und ſiebzigjährige Kaiſer in Perſon nach Flandern.
Lienhard's Freunde ſahen zu ihm auf, von Tag zu Tag erwartend, daß er ſich auch aus Wien entfer⸗ nen werde und da er blieb, ſank er in ihren Augen. Er fühlte das wohl, aber er verſchmähte es, ſich zu rechtferti⸗ gen. Nur gegen den Abt des Schottenkloſters, den er noch oft beſuchte, ſprach er ſich aus.„Was wär' ich dort im


