Teil eines Werkes 
2. Bd. (1858)
Entstehung
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Andere Gedanken hatte ein Gefangener gehabt, wel⸗

cher bei der Erſtürmung der Nicolaivorſtadt von Blut⸗ verluſt erſchöpft, in die Hand der Feinde gefallen und, er ſelbſt wußte nicht, auf weſſen menſchliche Veranſtaltung, in ein Haus gebracht worden war, wo er viele Tage lang im halben Bewußtſein, vom Wundfieber gequält, aber doch unter ſorgfältiger Pflege gelegen hatte. Es war ſeit Kurzem erſt, daß er wieder ſeine volle Beſinnung erhalten, als der Zug ſich ordnete, welcher den König in die gewon⸗ nene Stadt geleiten ſollte. Der Gefangene hatte ſich in einem Zimmer wieder gefunden, das er nicht kannte, unter der Pflege einer alten Frau, welche keine ſeiner Fragen be⸗ antwortete. Er wußte nicht einmal, ob er ſich noch zu Wien oder in welchem Theile ſeiner Umgebung befand. Einige Tage waren ſo vergangen, als ihn der kriegeriſche Lärm, welcher bis in ſein Gemach drang, in ſolche Aufre⸗ gung verſetzte, daß die Frau, welche für ſeine Ruhe verant⸗ wortlich gemacht war, ihm endlich ſagte, was es mit dieſen Klängen der Heertrompeten und Pauken, dem Wafſenlärm und all' dem Rufen für eine Bewandtniß habe. Aber zum Tode erſchrak ſie, als ſie den Eindruck ihres Beſcheides wahrnahm. Der Verwundete gerieth in einen Zuſtand, daß ſie für ſein Leben fürchtete. Und die Krankheit, welche ſich nun mit furchtbarer Steigerung daraus entwickelte, brachte ihn auch wirklich an den Rand des Grabes, ſo daß