Teil eines Werkes 
2. Bd. (1858)
Entstehung
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bensgefahr aus dem Getümmel Lienhard hatte er noch im Kampfe geſehen, aber von mehrern Seiten umringt, ſo daß für ihn kein Entrinnen zu hoffen war, auch wenn er die Flucht nicht verſchmäht hätte. So kam er, an der Rettung der Stadt verzweifelnd, nach Hauſe und ſuchte nur den Jammer der Frauen zu tröſten, deren einziger Beiſtand er nun war.

Da fanden nun die Stimmen im Rathe zu Wien, welche für Unterhandlungen waren, keinen Wiverſpruch mehr. Der König verlangte nichts, als Unterwerfung; die Capitulation kam zu Stande. Am 22. Januar 1485 hielt Matthias Corvinus ſeinen feierlichen Einzug, er zeigte da⸗ bei die volle Pracht und den Reichthum der Schätze, über welche er gebieten konnte; es war, als wolle er die Wiener dadurch blenden, daß ſie vor dieſem äußern, ſinnverwirren⸗ den Glanze nicht mehr an die wahre Berechtigung des Er⸗ oberers denken ſollten. Eine Schaar von Geharniſchten eröffnete den Zug, dann folgte ein zahlreicher Hofſtaat, von der altmagyariſchen Einfachheit abweichend, Kämmerer und Pagen, je neun, in ſeine Farben gekleidet, trefflich beritten, prächtig geſchmückt. Jetzt kam der König, nicht in unga⸗ riſcher, ſondern in deutſcher Fürſtentracht, welche mit Gold⸗ ſtickerei, Perlen und Edelſteinen überſäet war, ebenſo das Reitzeug und die lange Decke ſeines milchweißen Roſſes. Hinter ihm, wie einſt bei ſeiner Vermählungsfeier, ritt ſein Leibpage mit dem goldenen Schilde, das Kopfſtück ſeines