Teil eines Werkes 
2. Bd. (1858)
Entstehung
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Mein Auge ſoll wach ſein, als gelt' es, mein Heilig⸗ ſtes zu behüten, erwiederte der fremde Gaſt.

Nach der Trauerkunde, die uns aus Niederland zu⸗ gegangen iſt, hab' ich wohl Urſache, vor einem Unglück mit dem Roß für meine theure Nichte zu zagen, ſagte der Erzherzog.

Die junge ſchöne Maria von Burgund, des ritterlichen Max Gemahlin, war kürzlich auf der Falkenjagd mit dem Pferde geſtürzt und in Folge deſſen geſtorben. Nur fünf Jahre hatte dieſe glückliche Ehe eines jugendlichen Fürſten⸗ paares gewährt, das mit den herrlichſten Gaben des Geiſtes und der Schönheit ausgeſtattet, in ſeltener Weiſe zu einan⸗ der paßte. Zwei zarte Kinder, welche ihren Verluſt noch nicht ermeſſen konnten, waren den trauernden Gatten ver⸗ blieben. Der Kaiſer hatte die Nachricht mitten in ſeiner eigenen Bedrängniß erhalten und ſie alsbald der Tochter, wie Alles, was ſein Herz bedrückte, durch einen Boten mit⸗ getheilt. Das war aber ſchon mehrere Monden her und konnte den Erzherzog Siegmund, welcher ſich überhaupt von betrübenden Dingen ſo bald als möglich losmachte, nicht abhalten, ſeinem fürſtlichen Nachbar, der ihn mit einem überraſchenden Beſuch von ſeinem Oberlande her erfreut hatte, durch Luſtbarkeiten aller Art, ſo heut durch eine Fal⸗ kenjagd, zu ehren. Nur, als er ſeine Verwandte, deren Wohl ihm von dem liebenden Vater auf die Seele gebun⸗