Teil eines Werkes 
1. Bd. (1858)
Entstehung
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bekanntſchaft gegen die Ehrfurcht verſtoßen haben ſollte, denn ihrem Weſen war höfiſche Schmeichelrede eben ſo fremd, als Ueberhebung. Den Schloßherrn ſchien aber das Vaterglück, als er nun ſein lang entbehrtes Kind in die Arme ſchloß und ſie zur lieblichſten Jungfrau erblüht fand, von ſeinen Leiden befreit zu haben; er wies den alten Seppi zurück, der ihn wieder führen wollte, lud den Erz⸗ herzog ein, ſein Haus, ſchlecht und recht, wie es ſei, als das ſeinige zu betrachten, und begrüßte auch die Herren des Gefolges mit kräftiger Stimme.

Sagt mir, Mutter begann Hedwig unterdeſſen leiſehabt Ihr geſtern keine Botſchaft von mir be⸗ kommen?

Die Mutter verneinte es, Hedwig blickte ſie verwun⸗ dert an, und ein Zucken um ihre Lippen wurde bemerkbar. Ich habe Euch Botſchaft geſchickt! ſagte ſie lebhaft. Ich wollte Dich und den Vater nicht in Sorgen laſſen, da ich mich ſo feſt angemeldet hatte, und der Erzherzog nun mit dem Schiff herauf fuhr bis Linz, ſtatt den Weg zu Lande zu nehmen. Es iſt mir ganz unbegreiflich, daß Du nichts erfahren haſt.

Die Mutter konnte in ihrem Tone ein unwilliges Beben hören, aber es war jetzt nicht Zeit zu Beſprechungen, da die Pflichten der Hausfrau ſie von der Seite der Toch⸗ ter hinwegriefen. Sie bat Hedwig daher nur, ſich nicht zu