Teil eines Werkes 
1. Bd. (1858)
Entstehung
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Frau Eliſabeth ſtand am Fenſter des Thurmes, der in der vordern Ringmauer lag. Von dem Wohnhauſe hatte man keine Ausſicht in das Freie, denn es war zurück⸗ gezogen erbaut, um bei feindlichem Angriff, wenn die erſte Umfaſſung genommen war und der Feind durch die zweite Mauer in den Schloßhof brach, als Kern der Vertheidigung zu dienen damals mußten ja alle Häuſer des Adels, ſelbſt innerhalb der Städte, auf den Kampf gegen Feinde, nicht auf Behaglichkeit des Wohnens berechnet ſein. Im Thurme war im mittlern Stock aber auch Raum zum Hauſen eingerichtet und mancher frühere Burgherr, dem es darauf ankam, ſelbſt mit ſcharfen Augen zu beobachten, was ſich in unmittelbarer Nähe der Feſte am Fuß der Berge zutrug, mochte hier gewohnt haben. Jetzt dienten die kleinen Gemächer, die hier nach zwei Seiten des Vor⸗ ſprungs ſchauten, nur zur Aufnahme von Gäſten, welche aber felten genug auf dem Altenſteig einſprachen, weil ihnen dort von den beiden alten Leuten wenig Freuden der Geſelligkeit geboten werden konnten, auch wohl deren ganze Sinnesart unbequem war. Denn ſeit den jungen Jahren Erwein Hager's von Altenſteig war ein neues Geſchlecht aufgewachſen, das er nicht mehr recht verſtand. Aus dem Fenſter des Thurmgemachs, an welchem zu früher Morgen⸗ ſtunde Frau Eliſabeth weilte, konnte man den Weg, nach dem ſie geſtern vom Marienberge geſpäht hatte, nicht ſehen;