Teil eines Werkes 
2. Bd. (1859)
Entstehung
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ſende Krone für das Ganze die Ausſage der Frau Gorſaz hinzu.

In einem Anfall von Verzweiflung, rief er in pathetiſchem Tone aus,hat ein achtungswerther Greis, hat ein an ſeiner Ehre grauſam verletzter Gatte Ihnen geſagt, daß dieſe Frau wahnſinnig ſei! Eine edle und traurige Unwahrheit, die zu ta⸗ deln ich nicht den Muth habe; aber immerhin iſt und bleibt es eine Unwahrheit! Nein, meine Herren, dieſe Frau iſt nicht wahnſinnig: ihr Arzt hat das Ihnen bezeugt. Dieſe Frau iſt, ſage ich, nicht wahnſinnig, es ſei denn, daß man mit dem Namen Wahnſinn den unbändigen Ausbruch einer ehebre⸗ cheriſchen Leidenſchaft bezeichnet, die, mit frechem Auge und ſtolzen Hauptes, ſich im Heiligthum der Juſtiz enthüllt hat, um dort die beklagenswerthe Scene aufzufuͤhren, welche auf alle Herzen einen ſo höchſt peinlichen Eindruck gemacht zu haben ſcheint. Indem Frau Gorſaz alle Sittſamkeit, alle Scham mit Füßen getreten, hat ſie denjenigen, welchen ſie ihren Geliebten nennt, zu retten geglaubt. Die Unglückliche, die nicht eingeſehen, daß ihre Unehre, weit entfernt, ein Rechtfertigungsgrund zu ſein, der Anklage einen weiteren Beweis, und vielleicht den niederſchmetterndſten von allen, an die Hand gab! Was beweist in der That dieſe unerhörte Erklärung? Daß der Angeklagte, bevor er den Mord in das Gorſaz'ſche Haus getragen, damit begonnen hatte, den Ehebruch in dasſelbe zu verpflanzen, und daß er ſo einem Verbrechen ein anderes vorausgehen ließ. Und ſo iſt es in Wahrheit faſt immer: Nemo repente turpissimus. Wie! dieſer Schandfleck, der ſich eben beim hellen Tageslicht producirt hat, möchte

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