Teil eines Werkes 
2. Bd. (1859)
Entstehung
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Kerl! rief einer der letzteren im Tone tiefſter Ue⸗ berzeugung.

Wie! Sie nennen ihn glücklich, weil er auf dem Armeſünderbänkchen ſitzt? hohnlächelte ein Mann von reiferem Alter.

Ei! was thut das! Gibt es eine Demüthigung, die das Glück, eine ſolche Paſſion einzuflößen, nicht verwiſcht, einen Kummer, den ein ſolches Glück nicht tröſtet? Trotz der Schmach, die an dem Arme⸗ ſünderbänkchen klebt, wird dieſes dem, welcher über ein ſo edles Herz herrſcht, ein Thron. Ohl alſo ſich geliebt wiſſen und dann ſterben! Welch' ſüßer, ſtolzer Gedanke!

Der verzückte Blick des jungen Mannes richtete dieſe ſentimentalen Ausrufe an eine junge Blondine, die in ſolcher Nähe war, daß ſie ihn hören konnte, und deren Koketterie ihn ſeit einem halben Jahre auf dem Armeſünderbänkchen feſthielt, bis es end⸗ lich derſelben vielleicht gefiel, ihn den Thron be⸗ ſteigen zu laſſen.

So geliebt zu werden, iſt ohne Zweifel ſüß, hob der Poſitiviſt wieder an;aber ſterben! und noch dazu auf dem Schaffot ſterben!.... Danke recht ſchön!..

Bei der Wiedereröffnung der Sitzung erklärte der Präſident, daß, da der ſehr bedenkliche Zuſtand der Frau Gorſaz ihre Verbringung nach ihrer Woh⸗ nung nothwendig gemacht, der Anklage wie der Ver⸗

theidigung es freiſtehe, die gemachte Ausſage in

ihrem reſpectiven Intereſſe zu deuten, den Geſchwo⸗ renen es aber zukomme, den Werth derſelben un⸗ parteiiſch zu würdigen.

Vernard, Ausgew. Erzählungen. II. 21