Teil eines Werkes 
2. Bd. (1859)
Entstehung
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NII.

Während dieſer Zeit hatte ſich auf der Bank der Richter, deren Scharfſinn dieſen romanhaften Zwiſchenfall nicht vorhergeſehen, eine lebhafte Dis⸗

cuſſion entſponnen. Im Intereſſe der öffentlichen

Moral wollte der Präſident das Verhör der Frau Gorſaz, da ſie über die materielle Thatſache des Mordes lediglich keine Aufklärung geben konnte, ganz unterdrücken. Auch gewann er ſeine Collegen wirklich für dieſe Anſicht; der General⸗Advocat aber, deſſen Zuſtimmung erforderlich war, mochte ſich einen Ehebruch nicht nehmen laſſen, der, indem er zu einem bereits mit Todesſtrafe bedrohten Ver⸗ brechen hinzukam, den ſchönſten Criminalprozeß ver⸗ ſprach, den der Schwurgerichtshof von Bordeaux ſeit zehn Jahren zu entſcheiden gehabt, ſobald nur die Staatsanwaltſchaft das Ihrige that. Vom Prä⸗ ſidenten befragt, erklärte alſo der öffentliche Anklä⸗ ger in der rothen Robe, daß ihm die Vernehmung der Zeugin unerläßlich ſcheine.

Während dieſer Debatte war Madame Gorſaz unbeweglich ſtehen geblieben und ſchaute unabläſſig Arthur an, als wenn eine Trennung von zwei Mo⸗ naten ihr ein unerſättliches Verlangen nach ihm eingeflößt hätte. Ihr ſtolzer Anſtand in einem ſol⸗ chen Augenblicke wäre als das Zeichen männlicher oder vielmehr übermenſchlicher Energie erſchienen, hätte ſich nicht ein kleines Zittern wahrnehmbar gemacht, das ſie zwang, die Hand auf den für ſie herbeigebrachten Lehnſeſſel zu ſtützen. An dieſem Beben verrieth ſich das Schilfrohr, das unter einem