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Die Hochzeitsreiſe. 5
Reſpect zu melden, thun mir leid, die junge Frau wird Sie ſchön hin und her hetzen; Sie kommen gar nicht mehr zu Athem.
Edmund. Ach, es wird ſo arg nicht ſein.
Hahnenſporn. Pah, Sie haben keine Erfahrung! So wie Sie reden Viele und tappen blind hinein in eine Heirath und hinterher ſeufzen ſie Ach und Weh. Ich will gerade nichts Uebles vorherſagen, aber der Herr Profeſſor thut mir leid.
Edmund. Habt Ihr denn ſo bittere Erfahrungen gemacht?
Hahnenſporn. Ich? Gott ſoll mich bewahren, ich war immer zu klug und hielt mich von den Weibern fern. Sehen Sie, ich kam als ganz junger Burſche unter die Soldaten und habe meine zwölf Jahre gedient, wäre auch Unteroffizier geworden, hätte ich ordentlich ſchreiben und leſen gekonnt. Als Soldat konnte ich nun nicht heirathen. Nachher wurde ich Bedienter, Hausknecht, Kutſcher— da konnte ich überall nicht heirathen. Jetzt bin ich Wichſier, undlhenn ich wollte, es hat ſchon Manche ihr Auge auf mich geworfen— aber Gott ſoll mich bewahren; ich diene lauter ledigen Herren und bleibe ſelbſt ledig.
Edmund. Da habt Ihr aber doch ſelbſt keine Er⸗ fahrungen gemacht?
Hahnenſporn. Bin zu klug geweſen, Herr Famulus, habe mich begnügt, an Andern zu ſehen, wie ein Hauskreuz drückt! Sehen Sie, Herr Famulus, Sie können die Spinnen nicht leiden?


