Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857) Sammlung
Entstehung
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Der Weiberfeind⸗

Guſtav. Seine Mutter war eine Engländerin, er ſelbſt iſt einen großen Theil ſeiner Jugend in England geweſen, und hat eine übertriebene Vorliebe für alles Engliſche. Hat er nun nicht wirklich Etwas von dem engliſchen Spleen mit bekommen, ſo liebt er doch jedenfalls die eigenthümlichen Geiſtesrichtungen, die man dort ſo häufig findet, und welche man in grobem DeutſchNarrheiten nennt.

Betth Bufmerkſam). So, ſo!

Guſtav. Als ihm nun vor zwei Jahren ſeine Braut untreu wurde, bekam er den bewußten Weiberhaß. Viel⸗ leicht log er ſich ſelbſt auch nur hinein, wobei ihn ſeine Anglo⸗ manie und eine ſchlecht gewählte Lectüre unterſtützten.

Betty. Alſo eine untreue Geliebte, ſonſt Richts?

Guſtav. Sonſt Nichts! Qufwallend. Sonſt Nichts? Ich dächte, das wäre doch gerade genug, um wahnſinnig zu werden, und du ſagſt ſo leicht; ſonſt Nichts? Wenn du mir untreu würdeſt

Betty. Dann hätteſt du allenfalls Urſache, etwas ver⸗ rückt zu ſein, daß du aber ſchon vorher anfängſt

Guſtav. Ihr Weiber wißt die Liebe eurer Männer gar nicht zu ſchätzen!

Betty. Nein, wir ſind dieſes unſchätzbaren Gutes unwürdig!

Guſtav(einlenkend). Die meiſten!

Betty. Alle!

Guſtav Gärtlich). Mit Ausnahme! Betty. Ohne Ausnahme!