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Der Weiberfeind. 303
Guſtao(ich zwingend). Das will ich auch, das thue ich auch, ſieh, ich bin ſchon wieder freundlich.
Betty(pottiſch). Wirklich?
Guſtav. Ich habe mich bezwungen, meinen Zorn unterdrückt!
Betty. Ei, wie heldenmüthig.
Guſtav. Bin ich nicht?
Betty. Oja, du biſt nicht eiferſüchtig auf einen Mann, den ich noch gar nicht geſehen habe.
Guſtav(nit Aufwallung). Den du aber zu ſehen begie⸗ rig biſt.
Betty. Wie lange wird die Taſſe wol in dem Schranke bleiben?
Guſtav(ſchlägt ſich vor den Kopf).
Betty. Lebe wohl, geliebte Taſſe, in dieſem Leben ſehe ich dich wol nicht wieder!
Guſtav(raſch). In acht Tagen!
Betty. Nicht in acht Jahren!
Guſtav. Wenn ich binnen acht Tagen einmal eifer⸗ ſüchtig werde, will ich das Vielliebchen verloren haben!
Betty(übermüthig). O, das gewinne ich ſchon, das iſt keine große Wette!
Guſtav. Meinſt du?
Betty. Ich meine nur—(blenkend) du haſt mir noch nie geſagt, warum dein Freund die Weiber haßt?
Guſtav. Weil er ein Narr iſt.
Betty. Das liegt auf der Hand— allein ſeine Narr⸗ heit muß doch einen Grund haben.
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