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einem Weibe ein ſo dunkles, glanzloſes Auge. Es hatte kein Feuer, keinen Ausdruck, ſondern ſah ganz glaͤſern aus, und bewegte ſich mit einer Langſamkeit, als ſey es bereits halb vom Tode gebrochen. Ihre Wangen waren bleich wie Mar⸗ mor, aber von ungeſunder, todtenhafter Bleiche, und mein Herz blutete, indem ich bedachte, daß ihnen wahrſcheinlich durch bittere und haͤufige Thraͤnen die Roͤthe geraubt worden war. Um den Hals hing ihr ein kleines ſchwarzes Kruzifir, welches ſie zuweilen wie mechaniſch, und mit ge⸗ ringem Ausdruck von Andacht kuͤßte; ihre Haͤnde waren durch mehrere, ſehr koſtbare Ringe ge⸗ ſchmuͤckt. Sie paßten zwar ſehr wenig zu ihrem Stande, ſchienen aber ohne die geringſte Eitel⸗ keit, ja ſogar ohne Bewußtſeyn getragen zu werden. Die Welt ſchien fuͤr ſie keinen Gegen⸗ ſtand zu enthalten, der der Aufmerkſamkeit werth war; ihr Geiſt ſchien ſtill zu ſtehen, gleich einem dunkelen Gewäſſer, oder war vielmehr gefroren,
denn er nahm von außen keinen Eindruck auf.
Wenn ſie handelte, ſo geſchah es nur aus Ge⸗ wohnheit, und war die Arbeit gethan, verſank ſie wieder in ihre fruͤhere, kalte Gleichguͤltigkeit. Man urtheile daher von meiner Ueberraſchung, ich moͤchte beinahe ſagen, von meinem Schrek⸗ ken, als dies Weſen, welches ſcheinbar ſo ganz
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