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Sie, dieſe Liſt bemerkend, freut Ob ſeiner Schönheit ſich, vergilt mit Gegenwinken Die ſeinen, läßt voll Sittſamkeit 8 Ihr liebliches Geſicht in ihre Rechte ſinken, Und hebts erröthend wieder auf. Er ſieht es, jauchzt und wünſcht, daß bald vom Meer herauf Mit Rabenfittichen die dunkle Nacht ſich ſchwinge Und heimlich ihn mit ihr zuſammen bringe.
14. Auch ſieht er Heſpern kaum durch graue Wol⸗ ken glühn; So fleugt er ſchon zu ſeiner Schönen; Er drücket ihr, vertraut und liebekühn Die Roſenfingerchen, nicht ohne zärtlich Stöhnen; Sie zieht die Hand, als wie erzürnt, zurück Und ſchweigt; doch er bemerkt mit ſchlauer Freude Der Liebe ganzen Sieg im unentſchloſſ'nen Blick Und faßt ſie dringender beym ſchön gewebten Klei⸗ de.
15. N
Sie ſträubet ſich und— folgt⸗ ins innerſte Ge⸗ mach
Des Tempels folget ſie dem kühnen Jüngling nach,
Doch endlich droht ſie ihm mit weiblich ſanfter Stim⸗ me:
Wie Fremdling? raſeſt du? legſt du die freche Hand
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