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8.
6 Hold, wie der Silbermond, ein ganzes Ro⸗ ſenbeet Auf ihrer Wangen Wölbung, geht Die Jungfrau Hero durch die Hallen Des Tempels; milder Glanz umſtrahlt ſie; ihr Ge⸗ wand Sieht man, ſo weiß wie Schnee, zum Fuße nieder⸗ wallen. Die Alten haben nur drey Grazien genannt, Doch irrten ſie; es ſchaute ſüß verwundert, Wer Hero lächeln ſah, in jedem Auge hundert⸗
O⸗
Schön war ſie, wie kein Weib, ſo ſchön, daß ſie der Ehre,
Die Nebenbuhlerinn der reitzenden Cythere, Nicht ihre Prieſtrinn nur, zu heißen würdig ſchien. Sie war durchs Haus der Göttinn nie gegangen, Ohn' aller Männer Herz und Auge mitzuziehn; In jedem Buſen pochte das Verlangen: O ſchmückte die mein Brautgemach! Und kiner aus der Schaar, wollüſtig ſtaunend ſprach;
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Ich war in Sparta, ſah mit lüſterner Begier
Viel nackter Schönen Kampf; doch dieſer hier glich
keine; Matt ſchau' ich mich, nicht ſatt; o PVenus dungſt du eine Der jungen Grazien? für eine Nacht mit ihr
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