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Die Aſche deines Freunds mit frechen Füßen tretend, Geſtiegen wärſt, ſtets über dich erröthend, Zerfleiſcht von Reu', zernagt von Harm, Nie Ruhe fändſt, ſelbſt nicht in der Geliebten Arm.
Freund, das erfuhr ich auch, wie unſer Herz ſich
gleichet, Gleicht unſer Schickſal ſich; ich that mit feſtem Muth Stets meine Pflicht, was manches theure Gut Mich koſtete; doch keins der Güter reichet 710 An jene Seelenruh', die nun mein Antheil iſt. Rein, wie der Quell, der hier zu unſern Füßen fließt,
Blieb dieſes Herz, und innrer Frieden War mitten unterm Sturm von außen ihm be⸗
ſchieden. Das erſte Mittel zu dem Glück Iſt dieſer Frieden und das zweyte, Was ich in dieſem Augenblick, Dem ſich mein Herz ſo lang' entgegen freute, Nun wieder fand, ein Freund. Doch jetzt vernimm auch du Der Freundſchaft redliche Berichte: 720 Und höre Leo's Traurgeſchichte Mit jenem Mitgefühl, als ich der deinen, zu.


