Teil eines Werkes 
1. Theil (1812)
Entstehung
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Ich bau' ihn ſelber auf mit traurig ſüßer Mühe. Auch ſchlacht' ich ſchwarze Stier' und unfruchtbare Kühe Dem Gott, vor deſſen Thron ſich jeder Schatten neigt, Und klage drey Mahl laut. In meine Klagen heulen Unzählige; ſie zogen viele Meilen, 340

3 Selbſt von den Gränzen her, daß ſie Pompilius,

Den Vielgeliebten, noch und ſeine Gattinn ſähen.

Der Leichenzug beginnt, der König Tatius,

Der PVater ſeines Volks, und viele Großen gehen

Dicht an der Doppelbahr' einher,

Kein Herz iſt ungerührt, kein Auge thränenleer.

Ich ſammelte nach dieſem Trauerfeſte,

Indem die Prieſterſchaft der Abgeſchiednen Ruhm

In einem Klaggeſang verbreitet, ihre Reſte

Und ſtellete die Urn' ins innre Heiligthum. 360

O eile, Theuerſter, die Urne mir zu zeigen,

Ruft Numa, führe mich in dieß geliebte Grab!

Noch heut, erwiedert ihm der Greis, ſollſt du hinab

In ihre Ruͤheſtatt mit heil'gem Schauder ſteigen.

Der Schmerz um deiner Aeltern Tod

Erzeugte heißen Durſt, ſie, und den Schimpf zu rächen.

Man murret ſchon beym Leichenfeſt, man droht

Den Räubern laut, und die Sabiner brechen

Im zweyten Monathe bewehrt und rüſtig auf.

Schnell gehts nach Rom; es war kein Marſch, es war ein Lauf! 360

Die Feinde ziehn ſich hinter ihre Thürme