Teil eines Werkes 
2. Theil (1812)
Entstehung
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hört; ſie ſchöpfte in einem leeren Siebe Waffer aus der Tiber, trug es auf den Verſammlungsvlatz und ſchuttete es vor den Fuͤßen der Prieſter aus. Ihren Anklaͤger aber ſoll man lange geſucht, allein weder lebendig, noch todt mehr gefunden haben. Dieſes ſey genug von den ſichtba⸗ ren Wundern, welche die Goͤttinn wirkte, ob ich gleich

noch viele andere anfuͤhren könnte.

In die fechste Elaſſe der den Gottesdienſt betreffen⸗ den Aemter gehoͤrte das Amt der ſo genannten Soalier. Dieſe waren zwölf ſehr wohlgeſtaltete Jünglinge, dir Ruma aus den Patriciern waͤhlte. Der Tempel, wo ſie ihre Heiligthümer bewahrten, war auf dem Palatiniſchen Hugel, ſie ſelbſt heißen die Palatiniſchen, denn die Ago⸗ naliſchen Salier, die einige die Colliniſchen nennen, ha⸗ ben ihr Heiligthum auf dem Colliniſchen Hügel, und ſind erſt nach Ruma's Tode vom Könige Tullus Hoſtilius ge⸗ ſtiftet worden, der dieſe Stiftung in einem Kriege wider die Sabiner gelobt hatte. Alle dieſe Salier pflegen zu tanzen, und die dem Kriege vorgeſetzten Goͤtter mit Lob⸗ liedern zu preiſen. Ihre Feſte, woran das Volk Theil nimmt, fallen wie die Panathenäa in den Maͤrzmonath und dauern mehrere Tage. Da ziehen ſie nun tanzend durch die Stadt auf den Platz, auf das Capitolium, und noch auf andere öffentliche und Privat⸗Pläße. Sie tragen hierbey geſtickte Unterkleider, die ſie mit ehernen Ge⸗ haͤngen gurten; und Roͤcke mit Purpur verbrämet, mit

Spangen zuſammen gehalten. Dieſe Kleidung, welche