Teil eines Werkes 
2. Theil (1812)
Entstehung
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19

Camille kam den dritten Tag zurücke.

Es ſchwanden uns, wie Augenblicke,

Die Stunden hin; auf meiner Zunge Rand 310

Hat ſtets das große Wort; ich liebe dich! ge⸗ ſchwebet;

Doch weiß ich nicht, was meine Lippen band.

Blickt' ich Camillen an, ſo fühlt' ich mich be⸗

lebet

Von hohem Muth, der aber wieder ſchwand,

Wenn ſie auf mich geblickt. Doch ohn uns zu ge⸗ ſtehen,

Daß wir uns liebten, thaten wir's;

Durch Handlungen bewies ich ihr's,

Und ſie es mir: ſtets war zum Wiederſehen

Beym Lebewohl die Stunde feſtgeſetzt,

Denn alle Morgen kam ſie jetzt. 320

Wir brachten denn in unſchuldsvoller Freyheit

Ein Theil des Tages hin; ich ſprach voll Schwär⸗

merey Von ihr nur, ſie von mir, ein ewig Einerley! Allein für uns hatt' es den Reitz der Neuheit. Camille ließ noch ſtets mir ein Geheimniß ſeyn, Wer ſie erzeugt; wozu denn dieſe Frage? Antwortete ſie ſtets; genug, wenn ich dir ſage: Mein zärtlich Herz fühlt nur für dich allein.

Camile war nunmehr bemühet, mich zu bil⸗ den.

Sie lehrte mich der Argonauten Zug, 330

Das Reich des Janus; wie in IFliums Gefſilden Achill den Bchdite der Roſſe, Hektor, ſchlug. B 2