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Da nie Verdruß, nie Mangel uns gequält.
Die Hütte ſchützet uns vor Wind, vor Schnee, vor Regen,
Die Herde kleidet uns; ja oft verkaufen wir
In einem nahen Dorf den allzu großen Segen
An Lämmern oder Woll' und löſen Geld dafür, 2bo
Das, da wir ſelbſt es wenig brauchen können,
Wir fremden Greiſen gern, als eine Zehrung, gön⸗
nen.
Das Mittel, mich beglückt zu ſehn,
Das Mittel, mir zu geben, was mir fehlet,
Das Mittel, mich zum Gotte zu erhöhn,
Iſt einzig, was du heut gewählet.
I„ch ſprach's, ein ſanftes Lächeln floß
Um ihren Mund; mein Dank iſt viel zu groß,
Sagt ſie, daß ich nicht gern und öfter wieder⸗
kehrte, Nun ich von deinen Lippen hörte, 270 Nur meine Gegenwart freu' und beglücke dich. Noch wiſſe, theurer Hirt, Camille nenn' ich mich; Doch forſche du nicht ungeduldig, Wer mich erzeugt und wer ich bin; Begnüge damit dich, die fremde Jägerinn Sey gerne dir das Leben ſchuldig. Mit Rührung ſagte ſie die letzten Worte, band Den Zelter los, ſchwang ſich auf deſſen Rücken, Ließ ihm den Zügel und verſchwand, Nicht ohne noch auf mich voll Gütigkeit zu bli⸗ cken. 260 Numa Pompilius. II. Th. B


