An Herrn Carl von Badenfeld
bey ſeiner
Vermaͤhlung mit Katharinen von Hauer.
Im Nahmen Eliſabeths v. Dürfeld als Pflegemutter der Braut.
Mein Badenfeld, der jetzt ſie, ſie, die nebſt meinem Sohne Mein größtes Kleinod iſt, aus meinen Armen führt, O ſieh, ich flechte ſelbſt die ſchöne Myrtenkrone, Die euer bräutlich Haupt am Freudentage ziert. Zwar werd' ich täglich mich nach der Entflohnen ſehnen, Mein Haus wird mir zu groß und leer mein Zimmer ſeyn; Doch du verdieneſt ſie, und nur mit Freudenthränen Ergreif' ich ihre Hand und ſage: ſie ſey dein! Fern von der großen Welt zur Häuslich keit erzogen, Verſchmäht ſie Modentand und kennt die Kün⸗ ſte nicht, Die manchen Freyer ſchon zum Altar hinbetrogen; Denn ungeſchminket iſt ihr Herz, wie ihr Ge⸗ ſicht. Auch ſagt man, ſie ſey ſchön; doch dieſen Punct zu
winen
Ziemt ihr und ſelber mir, ols Pflegemutter, kaum.
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