Teil eines Werkes 
2. Theil (1817)
Entstehung
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An Selinden.

E⸗ iſt geſchehn! verſchenkt iſt dieſe Hand,

Auf der mein Mund oft ganze Stunden klebte; Zerriſſen iſt, was Liebe ſelber webte,

Und um uns ſchlang, das goldne Freudenband⸗ Selinde ſchwört den fürchterlichſten Eid,

Und wirft ſich weg um Tand und Eitelkeit.

Geh, Falſche, geh in eines Greiſes Arm; Verſchwend' an ihn dein lüſternes Entzücken Und trunkne Blick' und Küſſ' und Händedrücken; Er wird doch nie von deinen Flammen warm. Du aber fühlſt, was einſt am Tiber⸗Strand Die, ſo Mecenz an kalte Leichen band*).

Die Welt iſt dann ſo kalt um dich, ſo leer; Du ſieheſt dich gedfft von falſchem Schimmer, Bemerkſt das Gold der ungeheuren Zimmer, Juwelenglanz und Prunkgeräth nicht mehr,

Und ſagſt dir ſelbſt, mußt' ich die Lieb' entweihn! Ich war geliebt und wars nicht werth zu ſeyn—

*) Virgil ſingt von dieſem Wütheriche:

Ja wohl band er ſogar auf Todte der Lebenden Koͤrper,

Fügete Haͤnd' auf Händ' und Antliß auf Antliß