Teil eines Werkes 
2. Theil (1817)
Entstehung
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An mein Saitenſpiell.

Du nie von mir entweihtes Saitenſpiel, Das ich um Gold und Ehren nicht vertauſche, Du weckeſt und veredelſt mein Gefühl,

Wenn ich bey dir in heilger Stille lauſche.

Ein andrer prang' im ſtolzen Marmorſaal, Für ihn erſeufze Tokays theure Kelter, Ihm ſende Frankreich Mädchen ohne Zahl, Rennpferde Yorkſhire und Caſtilla Zelter.

Ich aber zieh', wenn Lunens milder Schein Die Erde deckt, und Philomele klager, Mit dir, mein Saitenſpiel, zum Eichenhain, An dem die Fluth des grünen Iſters naget.

Da ſingeſt du die keuſche Zärtlichkeit, Die ſanftes Roth auf Mädchenwangen ſtrömet, Des Jünglings Herz zu edlen Freuden weiht, Und niedrer Thierbegierden Geyer zähmet:

Die Sympathie, von deren Zauberband Zwey Seelen plötzlich ſich umſchlungen ſpüren, Beym erſten Blick, beym erſten Druck der Hand In mehr als Einem Puncte ſich berühren.