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Das Gute und das Böſe. 261
„Geh nicht mit, Jack!“ ſchrie ſeine Mutter.„Geh nicht mit,— geh nicht mit.“
„Er muß!“ donnerte Jonathan,„oder er geht ins Gefängniß.“
„Wenn du ins Gefängniß mußt, ſo will ich mit dir gehn,“ rief Miſtreß Sheppard;„aber vermeide dieſen Mann, wie eine Schlange.“
„Komm fort,“ donnerte Jonathan.
„Höre mich an, Jack,“ rief ſeine Mutter.„Du weißt nicht, was du thuſt. Der Elende, auf den du vertrauſt, hat gelobt, dich an den Galgen zu bringen. So wahr ich einſt auf Barmherzigkeit hoffe, ich ſage die Wahrheit!— Laß ihn es läugnen, wenn er kann.“
„Pah!“ ſagte Wild.„Ich könnte ihn jetzt hängen laſſen, wenn ich wollte. Aber er kann bei Ihnen bleiben, wenn er will; ich habe nichts dawider.“
„Hörſt du, mein Sohn,“ ſagte die Wittwe dringend. „Wähle zwiſchen dem Guten und dem Böſen;— zwiſchen ihm und mir. Und bedenke wohl, dein Leben,— mehr als dein Leben,— hängt von deiner Wahl ab.“
„So iſt es,“ ſagte Wild.„Wähle, Jack.“
Der Knabe antwortete nicht, ſondern ging hinaus.
„Er geht fort!“ rief Miſtreß Sheppard verzweifelnd.
„Auf immer!“ ſagte der Diebsfänger im Begriff ihm zu folgen.
„Teufel!“ rief die Wittwe, ſeinen Arm ergreifend und ihm mit halb wahnfinnigem Blick ins Geſicht ſtarrend,„wie viele Jahre gibſt du meinem Sohn, ehe du deine fürchter⸗ liche Drohung wahr machſt?“
„Neun!“ antwortete Jonathan rauh.
Ende des zweiten Abſchnitts.


