Die Wittwe und ihr Kind. 5
erweckte eine jämmerliche Abbildung des Chevalier de Saint⸗ George oder wie er in der Unterſchrift genannt wurde, Jacob des Dritten, den Verdacht, daß die Bewohnerin des Hauſes nicht ganz frei von einigem Hange zum Jacobitismus war.
Unter dieſen Kupferſtichen bildete eine Gruppe in die Wand geſchlagener Zwecken gewiſſe Buchſtaben, deren rich⸗ tige Entzifferung zu den Worten:„Paul Groves, Schuſter“ führte, und unter dem Namen las man die folgende Denk⸗ ſchrift in Bezug auf das Geſchick des armen Schelms:„Hat ſich in dihſe Stube von wägen des Schnapps ufgehänkt;“ daneben eine Skizze des unglücklichen Selbſtmörders, wie er an einem Balken hängt. Ein Dreierlicht, auf eine Flaſche geſteckt, verbreitete ſeinen ſchwachen Glanz über den Tiſch, der, Dank Herrn Wood's vorſorglicher Güte, viel beſſer mit Lebensmitteln verſehen war, als man ſonſt hätte erwarten dürfen, und ſich eines Brodes, eines Schinkens, einer Fleiſch⸗ paſtete und einer Flaſche Wein rühmen konnte.
„Ihr habt nur eine traurige Wohnung, Miſtreß Shep⸗ pard,“ ſagte Wood im Zimmer umherblickend, während er ſeine Hände über dem kärglichen Feuer ausbreitete.
„Sie iſt kläglich genug, Sir,“ verſetzte die Wittwe, „aber ſo ärmlich ſie iſt, iſt ſie doch beſſer, als die kalten Steine und die freie Straße.“
„Freilich— freilich,“ entgegnete Wood haſtig,„das ſchlechteſte iſt beſſer als das. Aber trinkt einen Schluck Wein,“ nöthigte er ſie, indem er einen Trinkbecher füllte und ihr hinhielt,„es iſt guter Kanarienwein und wird Euch wohl thun. Kommt, ſetzt Euch zu mir, meine Liebe, und laßt uns ruhig mit einander plaudern. Wenn die Sachen am ſchlimmſten ſtehen, müſſen ſie ſich beſſern. Nehmt mein Wort darauf, Eure Sorgen ſind jetzt zu Ende.“
„Ich hoffe es, Sir,“ antwortete Miſtreß Sheppard mit mattem Lächeln und zweifelhaftem Kopfſchütteln, als Wood


