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waren reichlich von dem Staube der Werkſtätte geſchwärzt.
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Erſter Abſchnitt. 1703. Jonathan Wild.
Bei alle dem ſah er ganz anſtändig aus und hatte ohne Widerrede die Miene eines Mannes, der in der Welt durch⸗ kommt. Seine Geſtalt war kurz, unterſetzt und wohlbeleibt, und ſeine Geſichtszüge waren ernſt und ehrbar.
Ihm folgte unmittelbar ein blaſſes, armſeliges Frauen⸗ zimmer, deren verkümmertes Ausſehen ſtark gegen ſein wohl⸗ genährtes, behagliches Geſicht abſtach. Sie war mit einem zerriſſenen und verſchoſſenen ſchwarzen Rock bekleidet, der, nach den Kreppflicken zu urtheilen, mit denen er hier und da beſetzt war, ein Trauergewand vorſtellen ſollte, und trug einen ſchlafenden Säugling, in ein karirtes Tuch gewickelt, auf dem Arm.
Trotz ihrer Abmagerung beſaßen ihre Züge noch immer einige Annehmlichkeit und hätten ſogar ſchön genannt werden können, wären ihre Lippen nicht von jener widerwärtigen Röche geweſen, die den Branntweintrinkern eigenthümlich iſt, eine Röthe, die bei ihr durch die faſt leichenähnliche Farbe ihres Geſichts noch widriger ward. Sie konnte nicht viel über Zwanzig ſein, und obgleich Hunger und andere Leiden dem Einwirken der Zeit zuvorgekommen waren⸗ ihre Geſtalt abgezehrt und ihren Wangen ihre Blüthe und Friſche geraubt hatten, ſo hatten ſie doch nicht den Glanz ihrer Augen verdunkelt, noch ihr rabenſchwarzes Haar gelichtet. Sie hatte gegen einen Huſten von übler Vorbedeutung an⸗ zukämpfen, der ſie von Augenblick zu Augenblick zu unter⸗ brechen drohte, indem ſie einige Abſchiedsworte an ihren Begleiter richtete, welcher ſich noch unter der Hausthür auf⸗
hielt, als ob er etwas auf dem Herzen habe, das er nicht
gut anzubringen wußte.
„Nun, gute Nacht, Herr Wood,“ ſagte ſie in dem tiefen, heiſeren Tone der Auszehrung;„möge Gott der All⸗ mächtige Sie für Ihre Güte belohnen und ſegnen! Sie find


