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Auerbach's Dorfgeschichten
Entstehung
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geſchält, ich richt's hin, daß ihr bloß das Fleiſch an's Feuer zu ſitellen braucht. Dem Thal nach ſind es ja nur ſieben Stund' bis Tübingen, und ich will laufen wie ein Feuer⸗ reiter; ſo ein Sonntag iſt lang und morgen Abend bin ich wieder zeitlich da.

So ganz allein willſt fort? und in der Nacht?

Allein? unſer Herrgott iſt überall, und der hält ſeine Hand über ein armes Mädchen. Faſt unwillig ſetzte Em⸗ merenz hinzu:in der Nacht muß ich ja fort, ſonſt käm' ich ja morgen nicht wieder heim und Er thät balgen.*)

Ich kann nicht Nein ſagen, es iſt mir, als müßt' das ſo ſein; geh' in Gottes Namen. Da, nimm mein Nuſter mit, da iſt ein Stückle Zedernholz vom Berg Libanon drin, das ſtammt von meiner Urahne, das wird dich beſchützen. Sie nahm den Roſenkranz, der an der Pfoſte der Stuben⸗ thüre über dem Weihkeſſelchen hing, reichte ihn Emmerenz und fuhr fort:

Ueberlauf dich nicht, wenn du müd biſt, komm erſt übermorgen, es iſt noch Zeit. Ich hab' auch noch einen Sechsbätzner, den will ich dir geben, und da nimm das Brod mit, Brod aus der Schublade bringt Segen. Aber was ſag ich denn den Leut' wenn ſie nach dir fragen? Ich darf doch nicht lügen?

Ihr ſaget halt, ich hätt' was Nothwendiges zu ſchaf⸗ fen, die Leut' brauchen ja nicht Alles zu wiſſen, ich will nur machen, daß ich fort bin, eh' Er heimkommt.

Mit wunderbarer Behendigkeit ſprang Emmerenz trepp⸗ auf und treppab und beſorgte Alles, wie ſie geſagt, dann ging ſie in ihre Kammer, um ſich ſonntagsmäßig anzu⸗

kleiden. Die Mutter half ihr, und als das Mädchen ſein

ſchönſtes Koller aus der Kiſte hervorzog, fiel etwas in ein Papier Gewickeltes klingend auf den Boden. Was iſt das? fragte die Mutter.

*) Balgen, ſo viel als ſcharf zanken.

S