313
„Das thu ich nicht.“
„Was? das thuſt du nicht?“ ſchrie Valentin, Jvo an der Gurgel packend.
„Vater!“ ſchrie Jvo,„um Gotteswillen Vater! laſſet mich los, machet nicht, daß ich mich wehren muß, ich bin kein Kind mehr.“
Chriſtine hing ſich an ihren Mann:„Valentin!“ klagte ſie,„ich ſchrei Feuerjo zum Fenſter naus, wenn du nicht gleich losläßt.“ Valentin ließ ab, und Chriſtine fuhr fort: „Iſt das die Sanftmuth, die du mir verſprochen haſt? Jvo verzeih' ihm, er iſt nicht ſo bös, er iſt ja dein Vater, Gott hat ihm die Macht über dich gegeben. Valentin, wenn du noch ein laut Wörtle redſt, haſt du mich geſehen, ich lauf' auf und davon. JIvo, thu's mir zu lieb und gib ihm die Hand.“
Jvo ſtand da und preßte die Lippen zuſammen und weinte große Tropfen.„Vater,“ ſchluchzte er,„ich hab' mich ja nicht ſelber zum Geiſtlichen beſtimmt, und Ihr ſeid auch unſchuldig, Ihr habt nicht wiſſen können, daß ich nicht dazu taug'; wir wollen einander keine Vorwürf' machen.“
Er ging auf Valentin zu und wollte ſeine Hand faſſen, dieſer aber ſagte:„Schon recht, was will denn der hoffärtig Herr werden?“
„Laſſet mich noch ein halb Jahr die Thierarzneiſchul' beſuchen, und dann will ich mich als Thierarzt und Bauer ſchon irgendwo niederlaſſen.“
„Haſt's gut vor und ich ſoll dem Kloſter rausbezahlen? für jed' Jahr 200 fl.? da kann man mir mein Haus aus⸗ ſchellen, das wird ſchön klingen, und da wird's heißen: ja der Jvo wird ein Katzendoktor, da kann man das Häusle ſchon dafür ſpringen laſſen, und von was willſt du denn ſtudiren? Willſt du auf den alten Kaiſer nein leben, oder meinſt gar, ich geb dir Geld? Du kannſt einen Prozeß mit mir anfangen, kannſt dein Mütterliches verlangen; ich


