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Auerbach's Dorfgeschichten
Entstehung
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Zauberboden der Wunder ſteht, weilt noch auf dem Gebiete des wahrhaften Kirchenglaubens der Glaube iſt die Hingabe

an ein unerklärbares oder Unerklärtes, an ein Wunder.

Das Widerſtreben Jvo's gegen das geiſtliche Studium hatte noch ganz andere Grundlagen, die ihm jetzt immer deutlicher wurden: die alte Luſt nach einem thätigen Leben regte ſich in ihm.

Eine frühere Gedankenreihe, die ſchon im Kloſter zu Ehingen begonnen, aber wieder abgebrochen ward, ſetzte ſich jetzt in Jvo fort.„Nicht die ſchweißvolle Arbeit der Hände,“ ſagte er zu ſich,„iſt die Strafe für die erſte Sünde, ſon⸗ dern, weil die Menſchen vom Baume der Erkenntniß einmal gegeſſen, müſſen ſie nun ewig darnach ſtreben, ohne ſich ganz daran erſättigen zu können; im Schweiße ihres An⸗ geſichts ſuchen ſie das Brod ihres Geiſtes, die flatternden dürren Papiere ſind die Blätter am Baume der Erkenntniß, zwiſchen welchen die Frucht verſteckt ſein ſoll. Glückſelig! wem der heilige Chriſtbaum mit ſeinen, von höherer Hand angezündeten Lichtern, der volle Baum der Erkenntniß geworden, Arbeit! Arbeit! Nur das Thier lebt und arbeitet nicht, es gehet aus, um ſeine Nahrung zu ſuchen und be⸗ reitet ſie nicht; der Menſch aber greift ein in die ewig ſchaffende Kraft der Erde, frei mitwirkend in der Thätigkeit des All's, kömmt der Segen der That, Ruhe und Friede über ihn. Ihr verblendeten Römer, euer Wahlſpruch war: Leben heißt Krieg führen, und ihr ginget hin, eure Brüder zu unterjochen, um im ſtolzen Triumphe in die Roma ein⸗ zuziehen. Nein! Leben heißt arbeiten. Wohl iſt das auch ein Kampf mit den ſtillen Mächten der Natur, aber ein Kampf des freien Lebens, der Liebe, der die Welt umgeſtaltet: des Steines Härte weicht des Meißels Kraft und füget ſich zum ſchönen Bau, und vor Allem ſei du mir geprieſen Ackerbau! In der Erde Furchenwunden ſtreueſt du ſieben⸗ fültig Leben. Da hebt ſich das Herz, da wächſt der Geiſt. Und wie wir die Erde bebauen, ſie uns unterthan machen,