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Es war ſchon ſpät, ein Bub hatte Jvo den Haus⸗ ſchlüſſel gebracht, der Schütz war gekommen, um„abzubie⸗ ten,“ aber Conſtantin beſchwichtigte ihn durch ein Glas Wein; Gleiches gelang auch bei dem bald eintreffenden Nachtwächter. Conſtantin begann die Profeſſoren nach⸗ zuahmen und von ſeinen Studentenſtreichen zu erzählen. Sich entſchuldigend ſtand Jvo auf, um nach Hauſe zu gehen, die Anderen wollten ihn halten, Conſtantin aber machte ihm Platz; beſonders weil er ſich ſcheute, im Bei⸗ ſein Jo's manche fremde Heldenthat ſich ſelber anzueignen, er ſagte daher nur noch:
„Trink aus, du könnteſt ſonſt über den Stumpen fallen.“
Jvo leerte noch das Glas glühenden Weines und ſagte gute Nacht.
„Nimm die Stubenthür zu dir in's Bett,“ rief ihm noch Conſtantin nach; Jvo hörte es nicht mehr.
Eine linde Vollmondsnacht legte ſich über die Erde, es war, als ob das ſanfte Licht überall hin Stille und Ruhe ausbreitete. Jvo hielt oft an und legte die Hand auf die hochklopfende Bruſt, er zog die Mütze ab, um ſein Haupt um und um von den ſanften Lüften anfächeln zu laſſen. Als er ſich zu Hauſe entkleiden wollte, fühlte er doppelt, wie all ſein Blut in ihm wogte, wie die ſchnel⸗ len Takte ſeiner Pulſe ſich jagten; er verließ daher noch⸗ mals das Haus, um draußen in dem Frieden der Nacht Ruhe zu finden. Auf der Landſtraße und durch die Felder ſchritt er hin, er war ſo froh und ſelig, er fragte nicht warum, er hätte ewig ſo fortwandeln mögen, ſo mit freu⸗ dig hüpfender Bruſt: der Geiſt des Lebens war wiederum in ihm auferſtanden und trug ihn ſchwebend auf der ſchönen friedlichen Erde. Als er endlich wieder heimgekehrt war, ſah er die Thüre an der Ehren⸗*) Kammer halb offen. Ohne daß er es wußte oder wollte, ging er hinein und“
*) Ehren= Hausflur.


