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Auerbach's Dorfgeschichten
Entstehung
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ſich unter das Maß ſtellen, und als er es vollauf hatte, wurde er als Soldat eingetragen; der Arzt vergaß Kurz⸗ ſichtigkeit, Butter und Eier bei der kecken Rede des Alohs. Jetzt, als es Ernſt geworden und er unwiderruflich Soldat war, jetzt wurde es dem Aloys ſo bang, daß er hätte weinen mögen. Als er aber vom Oberamte herab⸗ kam, und ſeine Mutter ſich weinend von den ſteinernen Stufen erhob, da richtete ſich ſein Stolz wieder auf und er ſagte:Mutter, das iſt nicht recht, Ihr müßt nicht greinen; bis in einem Jahr bin ich wieder da, und unſer Kaver kann ſchon dieweilen das Sach' im Feld ſchaffen. Nach der erlangten Gewißheit ihres Soldatenſtandes brachten die Burſchen mit Trinken, Singen und Johlen ein, was ſie zuvor zu wenig gethan zu haben glaubten. Als der Aloys heim kam, gab ihm das Marannele weinend einen Rosmarinſtrauß mit rothen Bändern d'ran und nähte ihm denſelben auf ſeine Mütze. Aloys aber zog ſeine Pfeife heraus, rauchte flott durch das ganze Dorf hinauf und zechte mit ſeinen Kameraden bis tief in die Nacht. Noch ein dritter ſchmerzlicher Tag war zu überwinden, es war der Tag, wo die Rekruten nach Stuttgart ein⸗ rücken mußten. Aloys ging früh in des Jakoben Haus, das Marannele war im Stall, es mußte jetzt ſelber alle Arbeit verrichten; Aloys ſagte:Marannele, gib mir deine Hand; ſie gab ſie ihm und er ſagte wieder:verſprich mir, daß du nicht heiratheſt, bis ich wieder komm'. Gewiß nicht, betheuerte ſie, und er ſagte,So, jetzt bin

ich fertig, aber halt komm, gib mir auch einen Kuß.

Marannele küßte ihn, und die Kühe und Ochſen ſahen verwundert zu, als wüßten ſie, was vorging.

Aloys klopfte nun noch jeder Kuh und jedem Ochſen auf den Bug, und nahm ſo auch Abſchied von ihnen; ſie brummten vor ſich hin.

Der Jorgli hatte ſeine Pferde an den Wagen geſpannt, um die Rekruten einige Stunden weit zu führen, und ſo fuhren ſie nun ſingend durch das Dorf; des Bäckers Konrad, der die Klarinette blies, ſaß mit auf dem Leiterwagen